Das Papier ist noch lange nicht tot

Von Michael Wesse,  Sales Director XPPS, European Channels Group Deutschland

Das papierlose Büro – diese Vision, vor Jahrzehnten von selbsternannten Zukunftsforschern propagiert, klingt heute seltsam antiquiert. Vom eher als Realist gehandelten Altkanzler Helmut Schmidt stammt der Spruch:  „Wer Visionen hat, sollte zu Arzt gehen“. Und zumindest war das Papier angeht, hat er – bisher – grandios Recht behalten. Die Realität heute ist eine diametral andere. Geschätzt werden in Deutschland noch immer täglich über 2000 Tonnen Büropapier verbraucht. Und das heißt wohl auch in aller Regel: bedruckt.

Die Sorge, dass sich das Papier in allernächster Zeit von Computerarbeitsplatz im Büro und zu Hause verabschiedet, ist wohl eher unbegründet. Alles Friede, Freude, Eierkuchen also? Nicht ganz. Kann nicht die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche durch Smartphones, Tablets und eBooks doch noch dem Papier den Todesstoß versetzen? Spukt nicht in vielen Köpfen das Papier als Endpunkt der digitalen Medienkette herum, von dem es kein Zurück mehr gibt? Verliert das Papier in Zeiten digitaler Signaturen vielleicht doch sein Alleinstellungsmerkmal der letztendlichen Verbindlichkeit?

Rettung könnte von ganz unerwarteter Seite kommen – von einer Klasse von Endgeräten, denen man dies vielleicht gar nicht zutrauen würde: den Multifunktionsgeräten. Diese Geräte mit dem neudeutschen Kürzel MFP (Multi-Function Printer) haben ja manche Vorteile: Sie sparen Platz, rationalisieren Abläufe, steigern die Produktivität und sind ganz einfach praktisch. Und noch etwas: Mit ihrem Scanner holen sie das ausgedruckte Papierdokument zurück in die digitale Welt, und mit der der zugehörigen OCR-Software auch noch dessen Informationsgehalt.

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Und gerade das könnte sich in einer immer stärker digitalisieren Welt als entscheidend herausstellen. Denn damit ist das Papier eben nicht mehr Endstation im Informationsfluss und verliert damit etwas von seinem Anschein des Altmodischen, Überholten. Klar, Dokumentenmanagement, mag jetzt mancher sagen. Doch kann das Multifunktionsgerät nicht nur in diesem eher speziellen Rahmen, sondern darüber hinaus ganz generell den Fluss der Informationen über das gedruckte Papier zu einem Kreislauf schließen, und so dem Drucken seine Anmutung des eher Gestrigen nehmen, die es inzwischen bei manchem Elektronik-Adepten hat.

So gewinnen Multifunktionsgeräte künftig vielleicht eine ganz neue Bedeutung: Als Heiler des Medienbruchs, geradezu als Retter des Mediums Papier.

Ihr Michael Wesse

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