Nachhilfestunde Mathe

Wir alle kennen Kunden, die hartnäckig versuchen, einen einmal genannten Preis weiter zu drücken. Egal, wie groß oder klein die zur Diskussion stehende Auftragssumme auch sein mag, den Satz „da geht doch bestimmt noch was“ hat jeder von uns bestimmt schon dutzende Male gehört. Geht es bei dem zu verhandelnden Deal um Drucker, eine Gerätekategorie mit einem ohnehin ziemlich problematischen Margengefüge, wird von notorischen Sparfüchsen in den Einkaufsabteilungen gerne auf das Modell XY des Anbieters Z verwiesen, welches doch ungleich günstiger zu haben sei und das Gleiche könne.

So weit, so erwartbar, denn schließlich gehört das Rechnen mit spitzer Feder zu den Primärtugenden eines jeden gestandenen Einkäufers. Allerdings verrät der Blick auf das Preisschild des Gerätes bei weitem nicht die ganze Wahrheit – und darum ist es eine gute Idee, dem preisbewussten Einkäufer eine Lektion in Sachen TCO, also Total Cost of Ownership, zukommen zu lassen. Kostenlos und von hohem Nutzwert für beide Parteien, den Verkäufer wie den Kunden …

Lesson 1: Die Grundlagen

Vor der Entscheidung für ein bestimmtes Druckermodell sollten vier Fragen beantwortet werden:
• Wie viele Seiten werden voraussichtlich pro Monat gedruckt?
• Wie viele davon werden farbig sein?
• Wie lange wird der Drucker in Betrieb sein, bevor er ersetzt wird?
• Welche Features werden benötigt?
Hat man mittels der Antworten darauf die Liste möglicher Kandidaten eingeschränkt, folgt

Lesson 2: Die TCO Kalkulation
Hierfür werden 4 weitere Variablen hinzugezogen:

• Der Preis des jeweiligen Druckers
• Die Kapazität der mitgelieferten Starter-Cartridge
• Die Kosten für eine Ersatz-Cartridge
• Kauf oder Leasing des Gerätes
Dann geht es ans muntere Rechnen:

1. Man multipliziere die Anzahl der monatlich gedruckten einfarbigen Seiten mit der Anzahl der Monate, die der Drucker voraussichtlich in Betrieb ist. Das Gleiche wiederhole man mit den farbigen Seiten
2. Man subtrahiere von diesen Ergebnissen die Anzahl der s/w und farbigen Seiten, die mit der mitgelieferten Kartusche gedruckt werden können
3. Alsdann dividiere man die Anzahl der verbleibenden Seiten durch die Kapazität der Ersatz-Kartuschen (natürlich wiederum für s/w und farbige Seiten)
Als Ergebnis hat man nun die Kosten, die für die Supplies innerhalb der „Lebenszeit“ des Druckers anfallen werden. Auf diesen Betrag addiere man noch

4. Die Kosten für eine optional abgeschlossene Garantie
Die abschließende Addition aller Teilkosten (Gerätepreis + Supplies + Garantie * Anzahl der Geräte), also die TCO, ergibt ein wesentlich aussagekräftigeres Bild als der bloße Hardwarepreis, den unser preisbewusster Einkäufer dann wahrscheinlich in etwas anderem Licht sieht.

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One Comment

  1. F. Fenstermacher Juli 18, 2016 - Antworten

    Sehr guter Beitrag! Auch wenn das lausige Hardwaregeschäft totgeschrieben wird, wir geraten immer noch täglich in solche Situationen. Zwar nicht mit Xerox, aber das Rechenexempel funktioniert ja auch bei Brother ….

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