Wie gut sind Sie als Vorgesetzter?

Sind Sie ein guter Vorgesetzter? Ja? Dann befinden Sie sich zumindest in punkto Selbsteinschätzung in bester Gesellschaft. Laut einer Forsa-Umfrage sind nämlich 95 Prozent der Chefs davon überzeugt, dass sie einen guten Job machen. Die meisten Mitarbeiter sehen das allerdings vielfach anders. Glaubt man einer Umfrage von Gallup, so verrichten 61 Prozent der Arbeitnehmer lediglich Dienst nach Vorschrift und nur 15 Prozent fühlen sich emotional an ihr Unternehmen gebunden. Um das zu ändern, raten Experten aus einem Mix aus Wertschätzung, Team-Arbeit und klaren Regeln.

Wissen Sie, wie Ihre Mitarbeiter heißen und ob sie Familie haben oder nicht? Wer diese Frage mit „Nein“ beantwortet, sollte schnellstens nachbessern, raten Unternehmenspsychologen. Denn anders als vielfach angenommen, bindet nicht etwa ein besonders hohes Gehalt einen Mitarbeiter stark an ein Unternehmen, sondern vor allem persönliche Wertschätzung. Das beginnt bereits mit der Begrüßung am Morgen. Chefs, die ihre Mitarbeiter mit Namen ansprechen, zeigen damit ganz nebenbei, dass sie ihnen wichtig sind. Auch ein paar freundliche Sätze führen dazu, dass sich ein Angestellter eher als ein wertvoller Teil des Unternehmens fühlt.

Sie machen die Regeln im Unternehmen? Das sollten Sie auch tun. Allerdings nicht, ohne Ihre Mitarbeiter vorher nach deren Meinung zu fragen. Denn nur Regeln, die von allen akzeptiert und für sinnvoll erachtet werden, werden im Unternehmensalltag dann auch tatsächlich gelebt. So sollten zum Beispiel die Rollen der einzelnen Mitarbeiter klar verteilt sein, damit Missverständnisse oder auch Kompetenzgerangel nicht den Arbeitsalltag blockieren oder sogar lahm legen. Denn nur durch eine klare Struktur kennt jeder seine Aufgaben und unliebsame Jobs werden nicht einfach auf den Schwächsten verteilt oder bleiben sogar liegen.

Sie wollen kein Kontrolleur sein? Trauen Sie sich! Denn was nützt ihnen eine mehrköpfige Vertriebsmannschaft, wenn sie keine Aufträge hereinholt? Lassen Sie sich regelmäßig von ihren Angestellten berichten, womit sie gerade beschäftigt sind. Wer solche Termine nicht dazu nutzt, Strafgericht über seine Angestellten zu halten, erhält durch die Kommunikation nämlich die Möglichkeit, Probleme frühzeitig zu erkennen und zusammen mit den Mitarbeitern zu beheben. Und: Wenn es gut läuft, sollten Sie nicht mit Lob sparen.

Ein Projekt ist vollkommen schief gelaufen? Der Kunde ist stinksauer und Sie suchen jetzt nach dem Schuldigen? Widerstehen Sie nach Möglichkeit diesem Impuls und konzentrieren Sie sich lieber mit Ihrem Team darauf, den Schaden für das Unternehmen möglichst gering zu halten. Das schweißt die Gruppe zusammen und hilft mit Sicherheit dabei, das nächste Projekt besser zu stemmen.

Übrigens: Auch bei schlechter Stimmung sollten der Ton und Ihr Verhalten gegenüber den Mitarbeitern nicht entgleisen. Denn wenn Ihnen zum Beispiel im Eifer des Gefechts ein »Idiot« herausrutscht oder Sie unangemessene »Strafaufgaben« verteilen, haben Sie das eventuell schon bald wieder vergessen. Ob das allerdings Ihr Mitarbeiter tut, ist mehr als fraglich. Und dann könnte es schnell passieren, dass einzelne Teammitglieder vom gemeinsamen Kurs abkommen, ohne dass Sie es bemerken. Sorgen Sie also lieber vorher dafür, dass Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern auch weiterhin auf Erfolgskurs bleiben!

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