Digitalisierung der Arbeit – wo hakt es, wie lassen sich Blockaden überwinden

In der zweiten Hälfte des Jahres 2015 befragte das unabhängige Marktforschungsinstitut Coleman Parkes Research 600 IT-Entscheidungsträger und Meinungsbildner in den USA, Kanada und Westeuropa zum Status der Digitalisierung in ihren jeweiligen Unternehmen. Die interessanten Ergebnisse dieser Studie können hier heruntergeladen werden.

Zu den für mich eher überraschenden Erkenntnissen der Erhebung zählt zum Beispiel, dass auch nach den vielen Jahren, welche die digitale Transformation mittlerweile andauert, lediglich 10 Prozent aller Unternehmen konstatieren, alle wichtigen Prozessbereiche durchgängig digitalisiert zu haben. Das ist insofern erstaunlich, als sich in den letzten 10 Jahren die Rahmenbedingungen für eine durchgängige Digitalisierung und den weitgehenden Verzicht auf Papier deutlich verbessert haben – und das in allen relevanten Bereichen:

  • Die notwendigen Digitalisierungstechnologien und Lösungen sind günstiger und sicherer denn je und vergleichsweise leicht zu implementieren. Zumeist in der Cloud verfügbar, verlieren auch gegebenenfalls vorhandene Engpässe in der IT-Infrastruktur ihren Schrecken.
  • Ein sehr großer Teil der heutigen Mitarbeiter von Unternehmen rekrutiert sich aus „Digital Natives“, die papierlose Prozesse nicht nur in ihrem Privatleben, sondern auch im beruflichen Umfeld gewohnt sind und erwarten.
  • Der Anteil der Geschäftsdokumente, die rein digital erstellt und kommuniziert werden, nimmt seit vielen Jahren rasant zu.
  • Die rechtlichen Voraussetzungen, die eine rein digitale Informationsverarbeitung und -aufbewahrung ermöglichen, sind vorhanden.

Warum also tun sich so viele Unternehmen immer noch so schwer damit, sich von langsamen und teuren Prozessen zu verabschieden, obwohl sie (wie die Studie ebenfalls ausweist) wissen, dass es eine wesentlich kostengünstigere, schnellere und umweltfreundlichere digitale Alternative gibt? Nun, häufig liegt es wohl daran, dass im Alltagsgeschäft schlicht und einfach die Zeit fehlt, die bestehenden Prozesse detailliert zu analysieren und auf ihr Optimierungspotenzial abzuklopfen. Zudem ist es eine sehr menschliche Eigenschaft, sich mit einmal bestehenden und ja immerhin auch seit Jahren funktionierenden Abläufen zu arrangieren und die Unbequemlichkeit zu scheuen, diese zu hinterfragen.

Genau an dieser Stelle öffnet sich ein großes Fenster der Möglichkeiten für Systemhäuser und externe Beratungsunternehmen. Mit ihrem Know-how und dem unverbrauchten Blick von außen sind sie in der Lage, diese gewissermaßen systemimmanente Trägheit aufzubrechen und den entscheidenden Impuls zu geben, sich von traditionellen Arbeitsabläufen zu verabschieden und sich der digitalen Zukunft zu öffnen.

Und mit welchen Schritten sie dann Unternehmen auf den Weg in diese Zukunft bringen können, auch das kann in der eingangs erwähnten Studie nachgelesen werden.

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