It is a man´s world

“You see, man made the cars to take us over the road
Man made the trains to carry heavy loads
Man made electric light to take us out of the dark
Man made the boat for the water, like Noah made the ark
This is a man’s, a man’s, a man’s world
But it wouldn’t be nothing, nothing without a woman or a girl …”*

Männer machen Autos, Frauen gute Laune. So oder so ähnlich könnte man den Inhalt von James Browns Soul-Klassiker aus dem Jahr 1968 zusammenfassen. Damit ist die Hymne an die Damen zwar nett gemeint, aber vor allem eines: ziemlich reaktionär. Schon in den sechziger Jahren dürfte selbst Machos vom Schlage Browns klargewesen sein, dass Frauen deutlich mehr drauf haben, als nur im Ihnen zugedachten Ghetto von Kirche, Küche und Kinderzimmer zu reüssieren und ansonsten brav die Herzen ihrer Männer zu wärmen. Die durch die frühen Feministinnen angestoßene Selbstbefreiung aus diesem Ghetto, die zumindest in den aufgeklärten Industriestaaten heute selbstverständlich ist, ist eine der großen Erfolgsgeschichten des 20. Jahrhunderts. Ein Erfolg auf ganzer Linie ist sie jedoch nicht. Das belegt nicht nur die offensichtlich immer noch notwendige Diskussion um eine Frauenquote in den Führungsetagen von Dax-Konzernen, sondern zu der Erkenntnis reicht auch ein Blick in ein beliebiges mittelständisches Unternehmen. Denn das, was dort gemeinhin als Unternehmenskultur bezeichnet wird, trägt eindeutig maskuline Züge und ist einer der Hauptgründe, warum der Anteil an Frauen in leitenden Positionen auf lange Zeit noch nicht da sein wird, wo er schon immer hingehört.

Eine von maskulinen Werten wie „Command & Control“, bedingungsloser Verfügbarkeit, ständiger Büropräsenz, Ellbogenmentalität und Durchsetzungsvermögen geprägte Firmenkultur führt dazu, dass qualifizierte Frauen sehr häufig Unternehmen verlassen, bevor sie in Führungspositionen aufrücken – gerade dann, wenn Kinder ins Spiel kommen. Anstatt nun daran zu denken, diese überkommene Firmenkultur an die heutigen Lebensrealitäten anzupassen, Werte und Erwartungshaltungen von Männern wie Frauen gleichermaßen aufzunehmen und sich die ohne Zweifel vorhandenen Unterschiede zwischen den Geschlechtern positiv nutzbar zu machen, arbeiten die meisten Unternehmen lieber daran, nicht die Kultur, sondern die Frauen anzupassen. Schulungen, Workshops und Mentoren-Coachings, die den Frauen dabei helfen sollen, in „a man´s world“ zu bestehen, sind aber garantiert ein Schritt in die falsche Richtung. Sie dienen lediglich der Zementierung eines Status Quo, der für Männer bequem, für die meisten Frauen aber abschreckend ist. Dass auf diese Weise nicht nur der erwähnte Mangel von Frauen im Management, sondern der Fachkräftemangel insgesamt kaum in den Griff zu bekommen ist, liegt eigentlich auf der Hand.

*Writer(s): Betty Jean Newsome, James Brown Copyright: Warner-tamerlane Publishing Corp., Dynatone Publishing Company

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