The Return of Print

In den „19 Marketing Trends in 2018“, welche die US-amerikanische Huffington Post zum Jahresausklang 2017 veröffentlichte, sind eine ganze Reihe von interessanten Beobachtungen, Statistiken und Prognosen zu finden. Der Trend mit der Nummer 17 ist dabei auf den ersten Blick überraschend, bezieht er sich doch auf ein Medium, das eigentlich schon längst totgesagt wurde: „The Return of Print“. Und in der Tat: Schon seit längerem lässt sich nicht nur in Marketingkreisen eine neu entdeckte Liebe zu bedrucktem Papier beobachten, die Parallelen zur verblüffenden Renaissance der guten, alten Vinylschallplatte aufweist. Die Gründe für diese Entwicklung haben hier wie dort etwas mit den immanenten Schwächen und mit gewissen Fehlentwicklungen digitaler Medien zu tun. Diese sind zwar systembedingt schneller und meist auch kostengünstiger zu produzieren und kommunizieren, können aber in anderer Hinsicht dem guten, alten Papier nicht das Wasser reichen:

Print fokussiert
Konsumenten sind heute einem Dauerfeuer digitaler Informationen und Werbebotschaften ausgesetzt. Neurowissenschaftler warnen schon seit längerem davor, dass diese Reizüberflutung zu einer Schwächung der Aufmerksamkeit führt und zur Folge hat, dass Wichtiges von Unwichtigem nicht mehr unterschieden werden kann. Im Gegensatz dazu wirkt Papier beruhigend und konzentrationsfördernd. Eine Print-Anzeige im ohnehin schon anregenden Umfeld eines vom Leser favorisierten Magazins kann so deutlich wirkmächtiger als ein Werbebanner oder ein YouTube-Clip sein.

Print wird erinnert
Während das erwähnte Banner im digitalen Trommelfeuer paralleler Eindrücke nur Millisekunden wahrgenommen wird, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass die Zeitschrift, in der eine Anzeige geschaltet wurde, eine ganze Zeitlang auf dem Couch- oder Küchentisch ihres Käufers liegt. Oder dass die Postkarte mit dem interessanten Angebot, welche sich im Briefkasten befand, mit einem Magneten an den Kühlschrank gepinnt wird. Die Chance, dass die Botschaft also tatsächlich wahrgenommen wird und etwas auslöst, kann bei Print also signifikant höher sein.

Print ist cool
Wie schon erwähnt: Gerade in trendigen Hipsterkreisen sind Vinylschallplatten angesagter denn je – trotz der unbestreitbaren klanglichen Vorteile digitaler Musikkonserven. Von dieser „Coolness“ eines vermeintlich überkommenen Mediums profitiert auch Print. Mit dem Lesen einer guten, alten Zeitschrift im sanften Schein einer Stehlampe wird dem Internet quasi der Stecker gezogen.

Print fühlt sich gut an
So großartig viele Webseiten, Banner, Clips oder sonstige digitale Medien auch umgesetzt sind, eine ganz wesentliche Dimension lassen sie vermissen: Man kann sie nicht anfassen, ertasten, spüren. Papier hingegen hat diese berühmte Anfassqualität, die eine ganze Flut bewusster und unbewusster Emotionen auslösen kann. Schon mit der Dicke und Struktur des Papiers lassen sich Inhalte transportieren, die digitalen Medien verwehrt bleiben.

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